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Wie erfolgt die Risikomanagement-Beratung?

Stand: Redaktion governance-risk-and-compliance.de

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Risikomanagement-Beratung ist die Unterstützung einer Organisation durch externe Fachleute dabei, ihre Risiken systematisch zu identifizieren, zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Sie erfolgt in der Regel in Phasen: Analyse der Risiken, Bewertung, Entwicklung von Strategien und Maßnahmen, Begleitung der Umsetzung und abschließende Überprüfung der Wirkung. Ziel ist, Krisen und unvorhergesehene Ereignisse früh zu erkennen, die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß möglicher Schäden zu verringern und so die Unternehmensziele abzusichern.

Risikomanagement-Beratung ist ein spezialisierter Bereich der Unternehmensberatung. Die betrachteten Risiken betreffen etwa Finanzen, Reputation, Sicherheit und Compliance. Häufig ist sie Teil eines umfassenden Ansatzes aus Governance, Risk and Compliance (GRC), der sicherstellen soll, dass eine Organisation ihre Ziele auf ethische Weise erreicht, ihre Risiken beherrscht und regulatorische Anforderungen erfüllt. Die Grundlagen des Fachgebiets erklärt der Beitrag zum Risikomanagement.

Wie eine Risikomanagement-Beratung abläuft

  1. Risiken analysieren: Am Anfang steht eine Bestandsaufnahme der möglichen Risiken. Dafür kommen Methoden wie die SWOT-Analyse (Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken) oder die PESTLE-Analyse (politische, wirtschaftliche, soziale, technologische, rechtliche und ökologische Einflüsse) zum Einsatz. Weitere Verfahren stellt der Beitrag zur Risikoanalyse vor.
  2. Risiken bewerten: Die gefundenen Risiken werden danach eingeschätzt, wie wahrscheinlich sie eintreten und wie stark sie das Unternehmen treffen würden.
  3. Strategien entwickeln: Für die wesentlichen Risiken werden Maßnahmen zur Vermeidung oder Minderung erarbeitet. Dazu gehören vorbeugende Schritte wie neue Sicherheitssysteme ebenso wie Pläne für den Fall, dass ein Risiko trotzdem eintritt.
  4. Umsetzung begleiten: Die Berater unterstützen beim Einführen der Maßnahmen und beim Aufbau eines dauerhaften Risikomanagement-Systems, oft mit Instrumenten wie Risikocontrolling und Krisenmanagement.
  5. Wirkung überprüfen: Zum Schluss wird bewertet, ob die Maßnahmen wirken und die gesetzten Ziele erreicht wurden.

Ein zentraler Bestandteil ist die Risikokommunikation. Alle relevanten Stakeholder werden über die Risiken und die ergriffenen Maßnahmen informiert. Das schafft Vertrauen in die Risikomanagementprozesse und fördert das Risikobewusstsein in der Organisation.

Welche Risikoarten betrachtet werden

Eine Risikomanagement-Beratung unterscheidet zwischen strategischen Risiken, operationellen Risiken, Finanzrisiken und Compliance-Risiken. Diese Einteilung erlaubt es, jede Risikoart passend zu ihrem Charakter und ihrem möglichen Einfluss zu behandeln.

Daneben wird zwischen internen und externen Risiken unterschieden. Interne Risiken entstehen im Unternehmen selbst, etwa durch finanzielle, operative oder strategische Schwächen. Externe Risiken kommen von außen, zum Beispiel durch politische Ereignisse, Naturkatastrophen oder Veränderungen am Markt. Eine ganzheitliche Betrachtung spielt verschiedene Szenarien durch, um ein umfassendes Schutzkonzept zu entwickeln.

Rechtlicher und normativer Rahmen in Deutschland

Für Aktiengesellschaften schreibt § 91 Abs. 2 AktG vor, dass der Vorstand geeignete Maßnahmen trifft und insbesondere ein Überwachungssystem einrichtet, damit den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen früh erkannt werden. Eingefügt wurde diese Pflicht durch das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG); die Begründung des Regierungsentwurfs spricht ausdrücklich von der Pflicht des Vorstands, für ein angemessenes Risikomanagement zu sorgen.

Über die Aktiengesellschaft hinaus verpflichtet § 1 StaRUG die Geschäftsleiter aller juristischen Personen (also etwa auch einer GmbH), fortlaufend über bestandsgefährdende Entwicklungen zu wachen und bei Bedarf Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Wie solche Systeme aufgebaut sind, beschreibt der Beitrag zu Risiko-Früherkennungssystemen.

Als international anerkannter Rahmen dient die Norm ISO 31000:2018, die Prinzipien und Leitlinien für das Risikomanagement beschreibt. Beratungen orientieren sich häufig an ihr, wenn sie Prozesse und Zuständigkeiten gestalten.

Wann Unternehmen externe Beratung hinzuziehen

Typische Anlässe sind der erstmalige Aufbau eines Risikomanagement-Systems, ein schnell veränderliches Marktumfeld oder neue rechtliche und regulatorische Anforderungen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen verfügen oft nicht über die Mittel für eine eigene Risikomanagement-Abteilung und holen sich das nötige Fachwissen deshalb von außen.

Der Markt reicht von großen, international tätigen Beratungsgesellschaften bis zu kleinen, spezialisierten Anbietern. Unabhängig von der Größe kommt es darauf an, dass die Berater die jeweilige Branche gut kennen, damit die empfohlenen Strategien zum Unternehmen passen.

Beispiele aus der Praxis

Ein Handelsunternehmen erkennt bei einer Risikoanalyse frühzeitig Unregelmäßigkeiten in seiner Lieferkette und sichert sich mit zusätzlichen Lieferanten gegen Engpässe ab. Ein IT-Unternehmen lässt seine Sicherheitslage untersuchen, identifiziert mögliche Angriffswege und führt vorbeugende Schutzmechanismen ein, bevor ein Cyberangriff Schaden anrichtet.

Häufige Fragen zur Risikomanagement-Beratung

Für welche Unternehmen kommt Risikomanagement-Beratung infrage?

Für Unternehmen jeder Größe, vom Start-up bis zum internationalen Konzern, die ihre Risiken systematisch erfassen und steuern wollen. Kleine und mittlere Unternehmen nutzen sie häufig, weil ihnen ein eigenes Risikomanagement fehlt. Eine auf ihre Ressourcen zugeschnittene Lösung kann sie widerstandsfähiger machen, ohne eine eigene Abteilung aufzubauen.

Welchen Nutzen hat eine Risikomanagement-Beratung?

Ein Unternehmen, das seine Risiken kennt, kann vorausschauend statt nur reagierend handeln. Finanzielle Verluste, Reputationsschäden und rechtliche Auseinandersetzungen lassen sich so vermeiden oder abmildern. Daneben kann die Analyse Abläufe effizienter machen und zu einer Risikokultur beitragen, die bessere Entscheidungen ermöglicht.

Welche Herausforderungen können auftreten?

Schwierig ist, in einem sich schnell verändernden Umfeld alle wesentlichen Risiken zu erkennen und richtig einzuschätzen. Bei der Umsetzung stoßen empfohlene Maßnahmen zudem oft auf Widerstand, etwa wegen knapper Budgets, fehlender Bereitschaft zur Veränderung oder interner Konflikte. Überzeugende Kommunikation ist deshalb ebenso wichtig wie fachliche Qualität.

Woran lässt sich die Qualität einer Risikomanagement-Beratung erkennen?

Aussagekräftig sind Qualifikation und Erfahrung der Berater, ihre Kenntnis der jeweiligen Branche sowie Referenzen, Fallstudien und Zertifizierungen. Gespräche mit früheren Auftraggebern geben Einblick in Arbeitsweise und Ergebnisse. Ebenso zählt, ob die Berater komplexe Sachverhalte verständlich vermitteln können und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit entsteht.

Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur?

Eine große. Strategien für das Risikomanagement lassen sich nur umsetzen, wenn die Unternehmensführung sie unterstützt und die Beschäftigten sie mittragen. Eine offene, sicherheitsbewusste Kultur, in der Risiken angesprochen werden dürfen, ist deshalb die Grundlage dafür, dass Empfehlungen im Alltag ankommen.

Was unterscheidet Risikomanagement-Beratung von Compliance-Beratung?

Compliance-Beratung konzentriert sich darauf, dass ein Unternehmen Gesetze, Vorschriften und interne Regeln einhält. Risikomanagement-Beratung betrachtet alle Risiken, also auch strategische, operative und finanzielle. Überschneidungen gibt es bei den Compliance-Risiken, die in beiden Disziplinen eine Rolle spielen.

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