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Was bedeutet integriertes Risikomanagement?

Stand: Redaktion governance-risk-and-compliance.de

Inhalt

Integriertes Risikomanagement bezeichnet einen Ansatz, der die Identifikation, Analyse, Bewertung, Überwachung und Steuerung aller unternehmensweit auftretenden Risiken umfasst. Die einzelnen Risikokategorien, etwa finanzielle, operative, strategische oder Compliance-Risiken, werden in einem gemeinsamen Rahmenwerk gesteuert. So werden nicht nur einzelne Risiken betrachtet, sondern auch ihre Wechselwirkungen und das daraus entstehende Gesamtrisiko.

Abgrenzung zum Enterprise Risk Management

Enterprise Risk Management (ERM) wird häufig gleichbedeutend verwendet. Ein Unterschied liegt in der Betonung: ERM nennt die Steigerung des Unternehmenswerts durch Risikomanagement ausdrücklich als Ziel, beim integrierten Risikomanagement ist dieser Gedanke meist mitgemeint, wird aber nicht immer genannt.

Nutzen

Ein integriertes Risikomanagement macht unternehmensweite Risiken sichtbar und verankert das Risikobewusstsein in geschäftlichen Entscheidungen. Einheitliche Bewertungsmethoden beschleunigen Entscheidungen, weil verschiedene Risikoarten und ihre Auswirkungen nach klaren Kriterien verglichen werden können. Zudem unterstützt der Ansatz die Einhaltung gesetzlicher Anforderungen und Normen, weil alle Risiken systematisch erfasst und gesteuert werden.

Beispiel

Ein Unternehmen ist auf schwankenden Finanzmärkten tätig und verarbeitet zugleich sensible Kundendaten. Im integrierten Ansatz werden die finanziellen Risiken aus Marktschwankungen und die datenschutzrechtlichen Risiken gemeinsam im Rahmen des Gesamtrisikos bewertet und gesteuert. Dadurch kann das Unternehmen vorbeugende Maßnahmen priorisieren, die mehrere Risiken zugleich verringern.

Organisation und Werkzeuge

Integriertes Risikomanagement setzt Koordination und Kommunikation in der gesamten Organisation voraus. Eine zentrale Stelle, oft ein Risikomanager oder ein Risikomanagement-Team, verantwortet Überwachung und Steuerung des Prozesses. IT-Systeme unterstützen die Erfassung und Auswertung der Risikodaten und erleichtern es, die Risikostrategie zeitnah anzupassen.

Häufige Fragen zum integrierten Risikomanagement

Was versteht man unter integriertem Risikomanagement?

Integriertes Risikomanagement erfasst, analysiert, bewertet und steuert alle Risiken einer Organisation in einem gemeinsamen Prozess. Weil Risiken nicht isoliert, sondern in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden, entsteht ein Gesamtüberblick, der strategische Entscheidungen unterstützt.

Was sind die Hauptziele des integrierten Risikomanagements?

Ziele sind, die Risikoposition der Organisation zu begrenzen und zugleich Chancen zu nutzen, Entscheidungen auf eine vollständige Risikosicht zu stützen und sicherzustellen, dass alle Risiken systematisch erkannt, bewertet, überwacht und gesteuert werden.

Für wen ist integriertes Risikomanagement besonders wichtig?

Für Geschäftsleitung und Entscheidungsträger, die einen Gesamtüberblick über die Risikolage brauchen, und für Risikomanagement-Teams, die ein abgestimmtes Vorgehen sicherstellen müssen. In stark regulierten Branchen wie dem Finanzsektor oder der Pharmaindustrie kommt den Anforderungen an Risikomanagement und Compliance besonderes Gewicht zu.

Wie wird integriertes Risikomanagement umgesetzt?

Die Umsetzung beginnt mit dem Bekenntnis der obersten Führungsebene und einer klaren Risikostrategie. Darauf bauen eine Risikopolitik und Prozesse für Identifikation, Analyse, Steuerung und Überwachung der Risiken auf. Das Risikomanagement wird in die Geschäftsprozesse eingebunden, Beschäftigte werden regelmäßig geschult und über die Risikolage wird fortlaufend berichtet.

Welche Vorteile bietet integriertes Risikomanagement?

Risiken werden erkannt und gesteuert, bevor sie zu Schäden führen. Entscheidungen stützen sich auf eine Abwägung von Risiken und Chancen. Die Organisation wird widerstandsfähiger gegenüber unerwarteten Ereignissen und Anspruchsgruppen sehen, dass Risiken aktiv gesteuert werden.

Wie verhält sich integriertes Risikomanagement gegenüber traditionellen Risikomanagementansätzen?

Traditionelle Ansätze betrachteten Risiken oft isoliert und reagierten erst im Schadensfall. Sie konzentrierten sich meist auf finanzielle und operationelle Risiken. Integriertes Risikomanagement bezieht dagegen strategische, finanzielle, operationelle, rechtliche und reputationsbezogene Risiken ein und verknüpft sie mit den Unternehmenszielen. Risikomanagement wird so Teil des täglichen Geschäfts.

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