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Was ist ein Governance-Audit?
Inhalt
Ein Governance-Audit ist eine systematische Überprüfung und Bewertung der Governance-Strukturen, -Prozesse und -Richtlinien einer Organisation. Governance umfasst die Regeln, nach denen eine Organisation geführt und kontrolliert wird, einschließlich der Beziehungen zwischen Vorstand, Geschäftsführung, Beschäftigten und Anteilseignern. Ziel des Audits ist es, Transparenz zu schaffen und festzustellen, ob die Unternehmensführung den maßgeblichen Anforderungen entspricht.
Anwendungsbereich
Governance-Audits werden in börsennotierten Unternehmen, gemeinnützigen Organisationen und staatlichen Einrichtungen durchgeführt. Sie prüfen unter anderem, ob die Organisation ihre strategischen Ziele wirksam verfolgt, Risiken angemessen steuert und die gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen einhält.
Ablauf
Governance-Audits, auch Prüfungen der Unternehmensführung genannt, werden von der internen Revision oder von externen Prüfungsgesellschaften durchgeführt. Die Prüfer brauchen Kenntnisse in Unternehmensführung, Risikomanagement und Compliance, ihre Unabhängigkeit soll eine objektive Bewertung sichern. Typisch sind diese Schritte:
- Vorbereitung und Planung: Ziele, Umfang und Prüfbereiche werden festgelegt, Unternehmensdokumente gesammelt und die Prüfungsstandards bestimmt.
- Bewertung des Governance-Rahmens: Organisationsstrukturen, Richtlinien, Verfahren und Unternehmenskultur sowie die Einhaltung rechtlicher Vorschriften werden geprüft.
- Identifikation von Risiken: Erkannt werden Governance-Risiken, etwa die Nichteinhaltung gesetzlicher Vorgaben oder ethischer Richtlinien und Schwächen in Entscheidungsprozessen, siehe Governance-Risiken identifizieren.
- Prüfungshandlungen: Interviews mit Führungskräften, Dokumentenanalysen und gegebenenfalls die Beobachtung von Prozessen zeigen, wie wirksam die Strukturen sind.
- Abschlussbericht: Festgestellte Mängel, Risiken und Empfehlungen zur Verbesserung werden zusammengefasst, siehe Governance-Prüfberichte erstellen.
- Follow-up: In manchen Fällen prüfen die Auditoren nach einiger Zeit, ob die Maßnahmen umgesetzt wurden.
Vor dem Audit tragen die geprüften Bereiche die relevanten Dokumente zusammen, klären die Ziele und informieren die Beschäftigten. Richtlinien, Protokolle und Verfahrensbeschreibungen sollten aktuell und leicht zugänglich sein. Schwierigkeiten bereiten häufig Widerstand von Beschäftigten, unklar formulierte Vorschriften, schwer zu bewertende Risiken und die Wahrung der Vertraulichkeit.
Beispiel
Bei einem börsennotierten Unternehmen kann ein Governance-Audit untersuchen, wie der Aufsichtsrat seine Überwachungsfunktion gegenüber dem Vorstand ausübt, wie Interessenkonflikte zwischen Anspruchsgruppen behandelt werden und wie transparent das Unternehmen über seine Geschäftstätigkeit berichtet.
Ein Governance-Audit kann auch prüfen, wie Datenschutzrichtlinien eingehalten werden und wie sie sich auf die Unternehmensführung auswirken. Wegen der strengen Vorgaben der DSGVO müssen Unternehmen ihre Prozesse zur Datenverarbeitung genau prüfen und an die gesetzlichen Anforderungen anpassen.
Abgrenzung zum Compliance-Audit
Ein Compliance-Audit prüft gezielt die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und bestimmter regulatorischer Anforderungen. Ein Governance-Audit ist breiter angelegt und betrachtet das Gesamtgefüge der Unternehmensführung einschließlich Ethik und Transparenz, siehe Compliance-Audit. Eine weniger formale, oft von der Organisation selbst durchgeführte Einschätzung beschreibt der Beitrag zur Governance-Bewertung.
Häufige Fragen zu Governance-Audit
Was ist ein Governance-Audit im Allgemeinen?
Ein Governance-Audit ist eine systematische Überprüfung der Governance-Strukturen und -Prozesse einer Organisation. Es beurteilt, ob die Unternehmensführung wirksam ist, den festgelegten Richtlinien und Zielen entspricht und die Interessen der Anspruchsgruppen angemessen berücksichtigt.
Wer führt ein Governance-Audit durch, und wozu dient es?
Governance-Audits werden von internen oder externen Prüfern durchgeführt. Sie bewerten, inwieweit eine Organisation ihre Governance-Praktiken im Einklang mit Gesetzen, Vorschriften und internen Richtlinien umsetzt, zeigen Risikobereiche auf und geben Empfehlungen zur Verbesserung.
Welche Bereiche deckt ein Governance-Audit typischerweise ab?
Typische Prüfbereiche sind die Wirksamkeit von Vorstand oder Aufsichtsrat, die Einhaltung rechtlicher und regulatorischer Vorschriften, Risikomanagementprozesse, Ethik- und Wertefragen sowie die Einbindung der Anspruchsgruppen.
Kann ein Governance-Audit auch Schwachstellen aufzeigen?
Ja, das ist einer seiner Hauptzwecke. Das Audit zeigt, wo Governance-Prozesse und -Strukturen verbessert werden müssen, damit die Organisation ihre Ziele erreicht und Risiken begrenzt.
Welche Vorteile bietet ein Governance-Audit für eine Organisation?
Ein Governance-Audit schafft Transparenz gegenüber internen und externen Anspruchsgruppen, verbessert Risikomanagement und Regelkonformität und unterstützt die laufende Verbesserung der Führungspraxis.