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Was beinhaltet ein Compliance-Bericht und wie wird er erstellt?

Stand: Redaktion governance-risk-and-compliance.de

Inhalt

Ein Compliance-Bericht ist ein dokumentierter Nachweis darüber, inwieweit ein Unternehmen die für es geltenden Gesetze, Richtlinien, Normen und internen Vorgaben eingehalten hat. Er beschreibt Zeitraum und Methode der Prüfung, stellt Ergebnisse und Abweichungen dar und hält fest, welche Maßnahmen ergriffen wurden oder geplant sind.

Der Bericht dient der Unternehmensführung als Grundlage, um die Regelkonformität zu bewerten, Verstöße früh zu erkennen und gegenzusteuern. Gegenüber Aufsichtsbehörden, Investoren oder Kunden schafft er Transparenz und Vertrauen.

Zur Erstellung gehört auch die Verwaltung der Berichte: Daten werden laufend gesammelt, Berichte nach festem Turnus aktualisiert und an Änderungen der Rechtslage angepasst. Inhaltlich stützen sie sich auf Risikoanalysen, Kontrollen und Schulungsmaßnahmen und reichen je nach Unternehmen von Umweltstandards über Datenschutz bis zur Korruptionsbekämpfung.

Was ein Compliance-Bericht enthält

Aufbau und Umfang hängen von Branche, Größe und Anlass ab. Typische Bestandteile sind:

  • Einführung: Zweck des Berichts, abgedeckter Zeitraum, geprüfte Bereiche und die geltenden Compliance-Anforderungen.
  • Methodik: wie die Überprüfungen durchgeführt wurden, mit welchen Kriterien und Standards und auf welcher Datengrundlage.
  • Ergebnisse: in welchen Bereichen die Anforderungen erfüllt sind und wo nicht, einschließlich festgestellter Verstöße, ihrer Auswirkungen und der erkannten Risiken.
  • Kennzahlen: verdichtete Werte, die zeigen, wie wirksam das Compliance-Programm ist, etwa zu Schulungen, Hinweisen oder offenen Maßnahmen.
  • Empfehlungen: Vorschläge, wie die Einhaltung gesichert oder verbessert werden kann.
  • Maßnahmenplan: welche Schritte bereits eingeleitet sind oder folgen, mit Zeitrahmen und Verantwortlichen.
  • Zusammenfassung: eine Gesamtbeurteilung der Compliance-Lage, manchmal ergänzt um eine Stellungnahme der Geschäftsleitung.

Je nach Branche kommen eigene Abschnitte hinzu, zum Beispiel zu Datenschutz, Finanzregulierung, Arbeitsrecht oder Umweltschutz.

Im Finanzsektor betreffen Compliance-Berichte etwa die Geldwäscheprävention, in der Pharmaindustrie klinische Prüfungen und die Einhaltung des Arzneimittelrechts.

Governance- und Compliance-Berichte

Werden Governance und Compliance gemeinsam dargestellt, fasst der Bericht zusätzlich die Governance-Strukturen der Organisation zusammen (wie sie geleitet und überwacht wird) und bewertet die Risikomanagement-Maßnahmen und ihre Wirksamkeit. Er nennt aufgedeckte Verstöße, die ergriffenen Maßnahmen und Vorschläge zur Verbesserung der Governance- und Compliance-Prozesse. Adressaten sind Vorstand, Geschäftsführung und Compliance-Beauftragte, extern etwa Aufsichtsbehörden, Investoren und Kunden.

Wie ein Compliance-Bericht erstellt wird

  1. Anforderungen klären: Welche Gesetze, Aufsichtsregeln und internen Richtlinien gelten für das Unternehmen oder den betrachteten Geschäftsbereich?
  2. Daten sammeln: Informationen zur Einhaltung dieser Vorgaben stammen etwa aus internen Revisionen, externen Audits, dem laufenden Compliance-Monitoring, Hinweisen von Beschäftigten oder Kundenrückmeldungen.
  3. Auswerten: Die Daten werden mit den Anforderungen abgeglichen. Dabei geht es um einzelne Abweichungen und um Muster, die auf systematische Schwächen oder neue Risiken hindeuten.
  4. Maßnahmen ableiten: Aus den Ergebnissen folgen Vorschläge zur Verbesserung, die abgestimmt und, wo nötig, umgesetzt werden.
  5. Bericht schreiben: Daten, Analyseergebnisse und Maßnahmen werden klar und nachvollziehbar zusammengefasst, nach einer festen Gliederung, die die wesentlichen Compliance-Themen abbildet.
  6. Prüfen und freigeben: Vor der Weitergabe sichert ein Review durch Compliance-Fachleute und bei Bedarf die Rechtsabteilung Richtigkeit und Vollständigkeit.

Die Unterlagen, auf denen der Bericht beruht, gehören zur Compliance-Dokumentation und sollten so abgelegt sein, dass sich jede Aussage später belegen lässt.

Berichte aktuell halten und Qualität sichern

Ändern sich Gesetze, etwa durch neue Datenschutzvorgaben, passen Unternehmen Gliederung und Inhalte ihrer Berichte an. IT-Systeme erleichtern die Arbeit: Sie automatisieren die Datenerhebung, führen Informationen aus verschiedenen Quellen zusammen und erlauben, Compliance-Kennzahlen laufend zu überwachen, siehe Automatisierung von Compliance-Prozessen.

Gute Berichte sind klar, genau, vollständig und zeitnah. Sie verbinden quantitative und qualitative Angaben und sprechen offen über Schwierigkeiten und den Umgang damit. Ein internes Review vor der Freigabe prüft Richtigkeit und Vollständigkeit, eine externe Prüfung kann die Unabhängigkeit und Objektivität stärken.

Empfänger und Häufigkeit

Adressaten sind in erster Linie Geschäftsführung, Aufsichtsrat und Compliance-Gremien, daneben die Rechtsabteilung. Extern kann der Bericht für Aufsichtsbehörden, Investoren oder Kunden von Interesse sein. Üblich ist ein jährlicher Bericht. Manche Organisationen berichten halbjährlich oder quartalsweise, um schneller auf Veränderungen reagieren zu können, dazu kommen Berichte aus besonderem Anlass.

Eine allgemeine Pflicht zum Compliance-Bericht für alle Unternehmen gibt es nicht, wohl aber branchenspezifische Vorgaben. Für Kreditinstitute verlangen die Mindestanforderungen an das Risikomanagement der BaFin (MaRisk, Rundschreiben 06/2026), dass die Compliance-Funktion mindestens jährlich sowie anlassbezogen an die Geschäftsleitung über ihre Tätigkeit berichtet, einschließlich festgestellter Defizite und Gegenmaßnahmen.

Abgrenzung zu Prüfungs- und Jahresbericht

Ein Compliance-Bericht befasst sich ausschließlich mit der Einhaltung von Regeln. Ein Prüfungsbericht, etwa nach einer Abschlussprüfung, deckt finanzielle und betriebliche Vorgänge breiter ab. Der Jahresbericht gibt einen Überblick über alle Aktivitäten eines Geschäftsjahres. Ähnlich verhält es sich mit den Begriffen dahinter: Compliance meint die Einhaltung gesetzlicher und regulatorischer Anforderungen, Corporate Governance umfasst das gesamte System der verantwortungsvollen Unternehmensführung und -kontrolle. Über die Ergebnisse einer Revision informiert der Revisionsbericht.

Wie ein Unternehmen nach außen über Führung und Überwachung berichtet, etwa in der Erklärung zur Unternehmensführung, beschreibt der Beitrag zum Corporate Governance-Bericht.

Berichte, die Compliance und Risiken gemeinsam darstellen, beschreibt der Beitrag zum Risiko- und Compliance-Reporting.

Häufige Fragen zum Compliance-Bericht

Was steht in einem Compliance-Bericht?

Er zeigt, welche Normen eingehalten werden, listet Abweichungen und Verstöße mit ihren Auswirkungen auf und nennt Empfehlungen sowie die eingeleiteten Maßnahmen. Häufig enthält er zusätzlich Kennzahlen zur Wirksamkeit des Compliance-Programms.

Für wen ist ein Compliance-Bericht wichtig?

Vor allem für Geschäftsleitung, Aufsichtsrat und Rechtsabteilung. Sie bewerten damit das regulatorische Risiko des Unternehmens und entscheiden über Maßnahmen, bevor Strafen, Reputationsschäden oder finanzielle Einbußen entstehen. Besonders verbreitet sind Compliance-Berichte in regulierten Branchen wie Finanzsektor, Gesundheitswesen und Pharmaindustrie.

Wie beginnt man mit der Erstellung?

Zuerst werden die geltenden gesetzlichen Vorgaben und internen Richtlinien bestimmt. Danach werden die Daten gesammelt und geprüft. Eine feste Gliederung, die die wesentlichen Compliance-Themen abbildet, erleichtert den Einstieg und macht Berichte über mehrere Jahre vergleichbar.

Wie oft wird ein Compliance-Bericht erstellt?

Das richtet sich nach Branchenvorschriften, Risikolage und internen Vorgaben. Verbreitet ist ein jährlicher Bericht, ergänzt durch halbjährliche oder quartalsweise Berichte und Berichte aus besonderem Anlass.

Welche Schwierigkeiten treten bei der Erstellung auf?

Häufig sind es die Beschaffung und Zusammenführung von Daten aus verschiedenen Quellen, ihre Aktualität und Genauigkeit, die angemessene Bewertung der Risiken und die verständliche Darstellung komplexer Sachverhalte für unterschiedliche Leser. Bei international tätigen Unternehmen kommen unterschiedliche Rechtsräume hinzu, außerdem ändern sich die Vorgaben laufend.

Wer erstellt den Compliance-Bericht?

Meist Compliance-Fachleute, unterstützt von interner Revision und Qualitätssicherung. Bei Bedarf prüft die Rechtsabteilung vor der Freigabe.

Wie wird die Qualität eines Compliance-Berichts gesichert?

Durch gründliche Datenerhebung und Analyse, die Einhaltung der geltenden Vorschriften und Berichtsstandards, eine klare Darstellung und ein Review durch Compliance-Fachleute und gegebenenfalls Juristen vor der Freigabe.

Wie trägt ein Compliance-Bericht zur Unternehmenskultur bei?

Er macht die Compliance-Leistung sichtbar. Wenn die Führung die Ergebnisse ernst nimmt und Maßnahmen folgen lässt, stärkt das bei den Beschäftigten das Bewusstsein für rechtstreues und ethisches Handeln im Alltag.

Was ist ein Governance- und Compliance-Bericht?

Ein Bericht, der neben der Einhaltung von Gesetzen und Richtlinien auch die Governance-Strukturen und die Wirksamkeit des Risikomanagements darstellt und Verbesserungen vorschlägt.

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