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Wie wird Risikomanagement-Schulung durchgeführt?
Inhalt
Eine Risikomanagement-Schulung vermittelt Beschäftigten und Führungskräften das Wissen und die Fähigkeiten, Risiken in ihrer Organisation zu erkennen, zu bewerten und zu steuern. Durchgeführt wird sie meist als strukturiertes Programm, das theoretische Grundlagen mit praktischen Übungen wie Fallstudien, Rollenspielen und Simulationen verbindet. Die Begriffe Risikomanagement-Schulung und Risikomanagement-Training werden gleichbedeutend verwendet.
Ziel ist, Risiken zu erkennen, bevor sie zu Problemen werden, das Risikobewusstsein zu stärken und wirksame Maßnahmen zur Risikominderung zu entwickeln. So trägt die Schulung zur Risikokultur einer Organisation bei.
Zielgruppen
Angesprochen sind Fachkräfte im Risikomanagement und Risikobeauftragte, Projektleitungen sowie das mittlere und obere Management, grundsätzlich aber alle, die Entscheidungen unter Unsicherheit treffen. Besonders gefragt sind solche Schulungen in Branchen mit hohen Risiken, etwa im Finanzwesen, im Gesundheitswesen, in der Produktion und in der IT. Vorkenntnisse sind je nach Kursniveau hilfreich, aber nicht immer erforderlich.
Inhalte einer Risikomanagement-Schulung
Grundlagen und Begriffe
Am Anfang stehen die Grundbegriffe und Methoden des Risikomanagements: Risikoidentifikation, Risikoanalyse, Risikobewertung, Risikosteuerung und Risikokommunikation. Die Teilnehmenden lernen Modelle und Techniken wie die SWOT-Analyse oder die Risikomatrix kennen. Diese Grundlagen schaffen ein gemeinsames Verständnis. Abschlüsse mit Prüfung bieten verschiedene Stellen an, etwa den Certified Risk Management Professional (CRMP) von RIMS oder DRI International; unter Bezeichnungen wie Certificate in Risk Management (CIRM) führen einzelne Bildungsanbieter eigene Kurse.
Risiken erkennen und bewerten
Die Teilnehmenden lernen, Risiken im eigenen Arbeitsumfeld zu erkennen, etwa durch die Analyse von Prozessen und möglichen Schwachstellen, siehe Risikoidentifikation. Danach werden Verfahren vermittelt, mit denen sich Risiken nach Eintrittswahrscheinlichkeit und möglicher Auswirkung einschätzen und priorisieren lassen, siehe Risikobewertung.
Maßnahmen zur Risikosteuerung
Für die erkannten Risiken erarbeiten die Teilnehmenden Maßnahmen, um sie zu vermeiden, zu mindern oder zu übertragen, etwa Notfallpläne, neue Sicherheitsrichtlinien oder Versicherungen. Häufig gehören die Entwicklung von Risikomanagementplänen und der Umgang mit Krisensituationen dazu.
Normen und rechtlicher Rahmen
Behandelt werden die rechtlichen Rahmenbedingungen und Normen, die für das Risikomanagement gelten, zum Beispiel die Leitlinie ISO 31000. Ihre Kenntnis ist Voraussetzung dafür, ein wirksames Risikomanagementsystem aufzubauen.
Werkzeuge und Software
Viele Schulungen führen in Software für das Risikomanagement ein. Die Teilnehmenden lernen, wie digitale Werkzeuge und Datenanalyse sie bei der Identifikation, Analyse und Überwachung von Risiken unterstützen.
Wirksamkeit von Maßnahmen prüfen
Zum Abschluss geht es darum, wie die Wirksamkeit von Maßnahmen überprüft und laufend verbessert wird. Dazu gehören das Lernen aus früheren Fehlern und das systematische Sammeln von Rückmeldungen.
Formate und Methoden
Risikomanagement-Schulungen finden als Präsenzseminar, als Online-Kurs oder als Kombination aus beidem (Blended Learning) statt. Eine feste Agenda verbindet Theorie und Praxis:
- Fallstudien aus verschiedenen Branchen, an denen typische Risikoszenarien durchgespielt und diskutiert werden.
- Gruppendiskussionen, Workshops und Rollenspiele, in denen die Teilnehmenden Erfahrungen austauschen und ihr Wissen anwenden.
- Simulationen von Risikoereignissen in einem kontrollierten, realitätsnahen Umfeld. Die Teilnehmenden üben, unter Druck zu entscheiden, Notfallpläne zu erstellen und wirksam zu kommunizieren.
- Erfahrungsberichte von Fachleuten aus der Praxis.
Programme für Einsteiger vermitteln Kernbegriffe und Methoden und zeigen an praxisnahen Beispielen, wie Risikomanagement in den Geschäftsbetrieb eingebunden wird. Programme für Führungskräfte legen den Schwerpunkt auf strategische Fragen: wie Risikobewusstsein in der Unternehmenskultur verankert wird, wie die Organisation widerstandsfähiger wird und wie unter Unsicherheit entschieden und kommuniziert wird.
Schulungspflicht in der Informationssicherheit
Für Unternehmen, die unter die NIS2-Regeln fallen, sind Schulungen im Bereich der IT-Sicherheit vorgeschrieben. Nach § 38 Abs. 3 BSI-Gesetz müssen die Geschäftsleitungen besonders wichtiger und wichtiger Einrichtungen regelmäßig an Schulungen teilnehmen, um Risiken und Risikomanagementpraktiken in der Informationstechnik erkennen und bewerten zu können. Zu den Risikomanagementmaßnahmen der Einrichtungen selbst gehören nach § 30 Abs. 2 Nr. 7 BSI-Gesetz grundlegende Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen.
Wirksamkeit einer Schulung messen
Ob eine Schulung wirkt, zeigt eine Kombination aus qualitativen und quantitativen Verfahren: Rückmeldebögen der Teilnehmenden, Prüfungen zum erlernten Wissen sowie Beobachtungen, wie das Gelernte im Arbeitsalltag angewendet wird. Spätere Folgeuntersuchungen geben Aufschluss darüber, wie nachhaltig die Inhalte umgesetzt werden. Die Ergebnisse zeigen Stärken und Schwächen des Programms und fließen in die Lehrpläne ein.
Schulung, Workshop und Fortbildung
Eine Schulung vermittelt Wissen. Ein Risiko-Workshop erarbeitet dagegen mit einem fachübergreifenden Team Ergebnisse für einen konkreten Gegenstand, etwa die Risiken eines Projekts. Weil sich Risiken, Technologien und Methoden ändern, gehören regelmäßige Auffrischungen und Fortbildungen dazu. Neuere Entwicklungen sind digitale Lernformen wie E-Learning-Module und virtuelle Seminare, Inhalte zur psychologischen Seite der Risikowahrnehmung und Risikokommunikation sowie auf einzelne Branchen zugeschnittene Programme.
Schulungen, die Governance, Risikomanagement und Compliance gemeinsam behandeln, beschreibt der Beitrag zu GRC-Schulungen.
Häufige Fragen zu Risikomanagement-Schulungen
Wer braucht eine Risikomanagement-Schulung?
Führungskräfte, Projektleitungen, Risikobeauftragte und Risikoanalysten sowie alle, die Entscheidungen unter Unsicherheit treffen. In Organisationen mit hohen Risiken richten sich Schulungen oft an Beschäftigte aller Ebenen.
Welche Inhalte werden behandelt?
Identifikation, Analyse, Bewertung und Steuerung von Risiken, Risikokommunikation, die Entwicklung von Risikomanagementplänen, Werkzeuge und Software, rechtliche Grundlagen und Normen wie ISO 31000 sowie der Umgang mit Krisensituationen.
Wie wird eine Risikomanagement-Schulung durchgeführt?
Als Präsenzseminar, Online-Kurs oder Blended Learning. Fallstudien, Gruppendiskussionen, Rollenspiele und Simulationen sorgen dafür, dass das Gelernte angewendet wird.
Was unterscheidet Programme für Führungskräfte?
Sie behandeln stärker die strategische Seite: Risikobewusstsein in der Unternehmenskultur, die Widerstandsfähigkeit der Organisation sowie Entscheidung und Kommunikation unter Unsicherheit.
Wie findet man eine geeignete Schulung?
Zuerst werden Bedarf und Ziele der Person oder des Unternehmens bestimmt. Danach lohnt der Vergleich mehrerer Anbieter nach Qualifikation, Kursinhalten und Lehrmethoden. Ob ein Programm anerkannten Standards entspricht, zeigen Akkreditierungen oder Zertifizierungen. Abschlüsse im Risikomanagement stellt der Beitrag ISO 31000: Personenzertifikate im Risikomanagement vor.
Ist eine Risikomanagement-Schulung vorgeschrieben?
Für die Geschäftsleitungen besonders wichtiger und wichtiger Einrichtungen nach dem BSI-Gesetz ja: Sie müssen regelmäßig an Schulungen zu Risiken in der Informationstechnik teilnehmen (§ 38 Abs. 3 BSIG).