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Wie erfolgt die Risikominderung?

Stand: Redaktion governance-risk-and-compliance.de

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Risikominderung bedeutet, die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Risikos, seine Auswirkungen oder beides zu verringern. Sie setzt erkannte und bewertete Risiken voraus und führt zu konkreten Maßnahmen, die geplant, umgesetzt und überwacht werden. Wichtig ist sie unter anderem im Finanzwesen, im Projektmanagement und in der Sicherheit.

Verwandte Begriffe sind Risikominimierung, Risikosteuerung und Risikomanagement. Die Risikominderung ist eine der vier Risikobewältigungsstrategien. Die Risikovermeidung will ein Risiko ganz ausschließen, etwa durch Verzicht auf eine Tätigkeit, was in der Praxis oft nicht möglich oder nicht wirtschaftlich ist. Die Risikominderung nimmt dagegen hin, dass sich manche Risiken nicht beseitigen lassen. Sie begrenzt sie. Beim Risikotransfer bleibt das Risiko bestehen, nur seine finanziellen Folgen trägt ein anderer.

Ablauf der Risikominderung

  • Risiken identifizieren: mögliche Risiken für ein Projekt oder Unternehmen erfassen, siehe Risikoidentifikation.
  • Risiken analysieren und bewerten: Wahrscheinlichkeit und mögliche Auswirkungen bestimmen, siehe Risikoanalyse.
  • Prioritäten setzen: Risiken nach Dringlichkeit ordnen, um Mittel gezielt einzusetzen.
  • Maßnahmen planen: für die wichtigsten Risiken konkrete Minderungsmaßnahmen festlegen.
  • Umsetzen: die Maßnahmen einführen und Verantwortliche benennen.
  • Überwachen und anpassen: die Wirkung der Maßnahmen prüfen und sie bei neuen Informationen oder veränderten Bedingungen anpassen, siehe Risikoüberwachung.

Beteiligt sind meist mehrere Fachrichtungen, etwa Risikomanager, Projektleitungen, Finanzfachleute und die operativen Bereiche, deren Wissen über die Abläufe gebraucht wird. Weil sich Projekte und Umfeld ändern, ist die Risikominderung ein wiederkehrender Prozess.

Arten von Maßnahmen

  • Technische Maßnahmen: zum Beispiel bessere IT-Sicherheit gegen Cyberangriffe oder gründliche Sicherheitstests vor der Einführung neuer Software.
  • Organisatorische Maßnahmen: klar definierte Prozesse, Risiko-Management-Kontrollen und Schulungen, die menschliche Fehler verringern.
  • Finanzielle Maßnahmen: Rücklagen für mögliche Verluste. Versicherungen werden oft im selben Zug geplant, gehören genau genommen aber zum Risikotransfer.
  • Streuung: Abhängigkeiten verringern, etwa durch mehrere Lieferanten statt eines einzigen oder durch breit gestreute Geldanlagen.

Beispiele

  • Brandschutz: Rauchmelder in Wohngebäuden sind ein einfacher und günstiger Schritt, der das Risiko schwerer Brandschäden verringert.
  • Softwareentwicklung: Gegen das Risiko von Sicherheitslücken helfen gründliche Sicherheitstests vor der Markteinführung sowie regelmäßige Updates und Patches.
  • Industrie: Gegen das Risiko von Umweltbelastungen durch Abfälle helfen saubere Technologien oder Anlagen zur Wiederaufbereitung.
  • Geldanlage: Anleger begrenzen mögliche Verluste durch Streuung ihrer Anlagen, Absicherungsgeschäfte und Stop-Loss-Orders.

Restrisiko und Risikokultur

Nicht jedes Risiko lässt sich vollständig beseitigen. Ziel ist, es auf ein Maß zu senken, mit dem das Unternehmen umgehen kann, ohne seine Hauptziele zu gefährden. Das verbleibende Restrisiko wird bewusst akzeptiert.

Risikominderung wirkt nur, wenn alle Ebenen des Unternehmens in Analyse und Minderung einbezogen sind und Risiken offen angesprochen werden. Mehr dazu im Beitrag zur Risikokultur.

Häufige Fragen zur Risikominderung

Was ist der Unterschied zwischen Risikominderung und Risikovermeidung?

Die Vermeidung schließt ein Risiko aus, meist durch Verzicht auf die riskante Tätigkeit. Die Minderung behält die Tätigkeit bei und senkt Wahrscheinlichkeit oder Auswirkungen des Risikos.

Wie beginnt eine Risikominderungsstrategie?

Mit der Identifikation der Risiken. Danach werden sie nach Wahrscheinlichkeit und Auswirkungen bewertet. Auf dieser Grundlage werden gezielte Maßnahmen für die wichtigsten Risiken entwickelt.

Wie lässt sich der Erfolg messen?

Daran, ob Wahrscheinlichkeit oder Auswirkungen der Risiken tatsächlich sinken. Langfristig zeigt sich der Erfolg darin, dass das Unternehmen unerwartete Ereignisse bewältigt, ohne seine Hauptziele zu gefährden.

Können alle Risiken beseitigt werden?

Nein. Risikominderung senkt Risiken auf ein akzeptables Maß. Ein Restrisiko bleibt fast immer.

Wie mindern Unternehmen ihre Betriebsrisiken?

Mit Sicherheitsvorkehrungen, laufender Überwachung, Schulung der Beschäftigten und einer breiteren Lieferantenbasis, die die Abhängigkeit von einzelnen Zulieferern verringert. Mehr zu diesen Risiken im Beitrag zum Operational Risk Management.

Welche Rolle spielt Technik?

Software hilft, Risiken früh zu erkennen und zu analysieren. Banken können etwa mit maschinellem Lernen Kreditrisiken einschätzen, IT-Sicherheitsteams setzen Werkzeuge ein, die Angriffe früh erkennen.

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